Wie kann ich Bier selber brauen?

Themenübersicht > Sonstiges     Veröffentlicht von: Gabriel -  12. August 2011

Was man braucht: Zutaten:
3,5 kg helles Lagermalz
40 g Hallertauer Perle Hopfendolden (6,5%a-Säure)
1 P. Trockenhefe Real Ale Hefe, obergärig
90 g Zucker oder
100 g Malzextrakt für die Flaschengärung

Gerätschaft:
Malzschrotmühle oder Küchenmaschine mit Schlagwerk,
Küchenwaage,
Messbecher für 1 Liter,
Edelstahlkochtopf mit 20 bis 30 Litern Inhalt,
Stabthermometer,
2 Kochlöffel min. 50 cm lang,
Schöpfkelle,
Messzylinder für 250 ml,
Bierwürzspindel,
Bierheber,
Briefwaage,
Würzsiebbeutel (0.2 µm Maschenweite) mit Trichter,
Plastikwanne,
Gärgefäß mit 30 Litern, gr. Öffnung, Deckel, Gärglocke und -röhrchen mit Abflusshahn,
großer Löffel,
Abfüllschlauch 1-2 m mit Schlauchklemme,
Raumthermometer,
Bierflaschen zum Abfüllen,
Flaschenreinigungsbürste

Schwierigkeit: Die Herstellung eigenen Bieres ist sicher nicht einfach. Man brauch das richtige Material, die richtigen Zutaten, muss Temperaturen und die richtigen Schritte beachten. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, sollte man sich vielleicht noch weiter belesen und es von vorn versuchen.
Anmerkungen: Herstellung von Pilsener Bier mit 12% Stammwürze und einem Endvergärungsgrad von ca. 4%.
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1. Vorbereitung:
Falls ein hoher Härtegrad vorliegt, sollte das Wasser enthärtet werden. Sämtliches Zubehör muss mit kochendem Wasser bereinigt werden (es darf dabei kein Spülmittel verwendet werden). Die Trockenhefe muss angesetzt werden, um zu quellen und sich zu vermehren.
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2. Maischen:
Hier wird das Malzschrot in 14 l Wasser erwärmt, wodurch ein Großteil der schwerlöslichen Bestandteile zu Würze umgewandelt wird. Das ganze dauert ca. 20 Minuten bei 52 °C.

Daran folgt die sog. Eiweißrast bei 53°C über 15 Minuten (große Eiweißmoleküle werden in kleinere Bestandteile aufgespalten). Dies fördert die Stabilität des Schaums, sowie die Klärung und Herausbildung der Kohlensäure.

Nachdem das Ganze in 13 Minuten auf 63°C erwärmt wurde folgt die Maltoserast, die Grundlage für die spätere Gärung (40 Minuten).

Es folgt eine Verzuckerungheizung bei 72°C mit einer Rast von 45 Minuten.

Danach wird eine Jodprobe gemacht. Wenn sich eine entnommene Probe blau oder rot färbt muss die Verzuckerungsrast fortgesetzt werden. Bei braun oder gelb kann man weiter machen, denn die gesamte Stärke im Bier ist verzuckert.

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3. Abmaischen:
Hierzu wird die Temperatur auf 78°C erhöht (auf keinen Fall höher).
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4. Läutern:
Das ausgewaschene Malz wird wird von der Würze getrennt. Dazu gibt man die Maischen in einen Läuterbottich. Und von dem lässt man anschließend die klare Würze zurück in den Topf fließen.
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5. Nachguss:
Mit 14 Litern heißem (78°C) Wasser schwemmt man die letzten löslichen Bestandteile aus dem Malz heraus.

Anschließend prüft man mit der Bierspindel den Würzgehalt (angegeben in Gewichtsprozent). Ist der Wert zu hoch, kann man Brauwasser zum verdünnen dazu geben. Ist er zu niedrig, lässt man im nächsten Schritt mehr Wasser verdanken.

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6. Würze kochen:
Durch das Kochen wird ide Enzym-Tätigkeit auf gehalten. außerdem tötet das Kochen Bakterien ab, die die Gärung verderben könnnen. Hier muss man darauf achten, dass nichts überkocht.

Vor dem Kochen (75 Minuten) wird der Hopfen dazu gegeben.

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7. Ausschlagen:
Hohe Hygiene und Sauberkeit sind hier besonders wichtig (steril arbeiten). Der Kochtopf muss jetzt ins kalte Wasserbad gestellt werden. Es setzt sich der kochtrub auf dem Boden ab. Die Würze muss von diesem getrennt werden.

Dazu lässt man die heiße Würze durch den Filter in einen sterilen Gärbehälter.

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8. Abkühlen:
Das Gärgefäß wird mit einem sauberen tuch abgedeckt und ins kalte Wasserbad gestellt. Durch gelegentliches Umrühren mit einem sterilem Löffel ist für Sauerstoffversorgung gesorgt.

Die Würze sollte innerhalb 1,5 Stunden abkühlen.

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9. Hauptgärung:
Bei 20°C sollte nun die Bierhefe angestellt werden. D.h. unter ständigem Rühren hinzugefügt, damit viel Sauerstoff hinein gelangen kann. Dann den Behälter schnell fast luftdicht verschließen (Keime).

In den ersten 6 Stunden sollte oft umgerührt werden, damit die Würze gut belüftet wird.

Danach kommt der Behälter am besten in den Keller – an einen Ort ohne Temperaturschwankungen (5°C sind optimal). Die Hauptgärung dauert ca. 8 Tage. Es entsteht ein Schaum auf dem Bier – Kräusen.

Wenn diese Kräusen zusammen fallen, ist die Hauptgärung beendet. Das Bier hat nun ca. 4-5% Alkohol.

Nun muss der restliche Schaum abgeschöpft werden. Wenn einem das junge bier noch zu süß ist, sollte man es noch länger gären lasssen.

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10. Nachgärung:
Nach der Hauptgärung wird das Jungbier in sterile Flaschen abgefüllt. Ungefähr 10% Flascheninhalt sollten leer bleiben, für das sich bildende Kohlendioxyd.

Dann werden die Flaschen fest verschlossen und 3 bis 5 Tage abgedunkelt stehen gelassen. Sie müssen aber mindestens einmal am tag geöffnet werden um das überschüssige Kohlendioxyd entweichen zu lassen.

Als letztes muss das Bier nur noch in einem dunklen Raum bei 0-3°C ca. 10-15 Wochen reifen.

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